Naturgesetze

Wenn man von Naturgesetzen spricht, geht man in der Regel davon aus, es hier mit einer fundamentalen Wahrheit zu tun zu haben, die universell gültig und im Wesentlichen unveränderlich ist - sieht man vielleicht einmal davon ab, dass die Naturkonstanten genauer bestimmt werden.

Viele Naturgesetzte lassen sich auf die Physik, die dahinter steckt, reduzieren.
So sind Gesetzmäßigkeiten in der Biologie oder Chemie in der Regel auf
die Wechselwirkungen von Atomen und Molekülen zurückzuführen, und wo das nicht möglich ist, liegt das eher an der Komplexität des Problems als an einer tatsächlichen Unmöglichkeit.

Aber damit ist noch nicht die Frage geklärt, was diese Naturgesetze eigentlich sind,
wann und wie ihre Gültigkeit festgelegt ist und vor allem muss es einen Grund geben, warum sie gelten – und dieser Grund ist dann vielleicht nur ein tief liegendes Gesetz,
für das man sich wieder dieselben Fragen stellen kann.
Naturgesetze können ganz unterschiedlichen Ursprungs sein, einige folgen aus
der Beobachtung bzw. Experimenten, andere sind logische oder mathematische Schlussfolgerungen aus Axiomen und Annahmen.
Gesetze, die sich aus Beobachtungen ableiten, müssen also nicht zwangsläufig unveränderbare Naturgesetzte sein, sie können durch „genauere“ Beobachtung bestätigt oder widerlegt werden. Und derartige Schlussfolgerungen können auch zu falschen Gesetzen führen.
Schließlich nehmen wir zwar Ursache und Wirkung nacheinander wahr, aber die Verbindung zwischen beiden ist nicht immer so offensichtlich.
Emanuel Kant meinte, dass die Newton'sche Physik falsch sein müsste und erkennt er auch an, dass die Formulierung der Naturgesetze auf Basis des reinen Verstandes ohne sinnliche Anschauung nicht möglich sei und führt seine Erkenntnistheorie in seiner Kritik der reinen Vernunft 1781 aus.

Laut dieser erkennen wir nicht das Ding – an - sich, so wie es unabhängig von der Beobachtung vorliegt, sondern nur ein Ding – für - uns, das durch Sinneseindrücke, Vorstellungen, Empfindungen und Begrifflichkeiten geprägt ist. Unsere Erkenntnis ist demnach dadurch geprägt, wie wir die Welt wahrnehmen und Sinneseindrücke verarbeiten.
In Bezug auf Naturgesetze heißt das, dass wir auch hier in unseren Aussagen über die Natur beschränkt sind auf die Wahrnehmungen, die sich uns von der Natur offenbaren.

„Seit Einstein bewiesen hat, dass alles im Universum aus Energie besteht und miteinander zusammenhängt, ist inzwischen ein Jahrhundert vergangen. Doch die überwiegende Mehrheit der Menschheit lebt immer noch nach den veralteten Prinzipien
der Newton’schen Physik. Die Welt wird als eine Reihe von Aktionen und Reaktionen betrachtet, die nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung ablaufen.“
(Marcus Haas)

Wahrnehmungsprozess führt uns in die Welt exakter innerer Hinweise.

Zwischen unserem Geist, unserem Gehirn und unseren 50 Billionen Zellen im Körper bestehen ständige zirkuläre Verbindungen. Über 95% unserer körperlichen, geistigen und emotionalen Verarbeitungs- und Speicherkapazitäten liegen in unserem Unbewussten und erscheinen uns in unserem Alltagsbewusstsein nicht präsent. Und gleichzeitig steuern sie unsere ganzen Wahrnehmungsprozesse.