PHYSIK

Quantenphysik

Das, was wir bis heute als klassische Physik kennen wurde im 17. und 18. Jahrhundert von dem britischen Physiker Isaac Newton begründet und wird bis heute nach ihm benannt. Um die Bewegungen von Objekten mathematisch zu beschreiben, definierte er
die Begriffe „absoluter Raum“ und „absolute Zeit“. Newton hat damit unsere dreidimensionale Wahrnehmung von uns und der Welt als unabhängig
von uns existierend definiert.
Er hat also die Wahrnehmung als Wirklichkeit definiert.

Der Begriff „Quantenphysik“ hat sich seit 1929 mit einem berühmten Vortrag von
Max Planck „Das Weltbild der neuen Physik“ geprägt.
In der Newtonschen Physik, in der es um das Verhalten von fester Materie geht, ist es eine unumstößliche Gesetzmäßigkeit, dass bei Wiederholung eines Versuchs unter gleichen Bedingungen, sich stets das gleiche Ergebnis zeigt. Dabei sprechen wir von Kausalität.
Quantenphysikalische Experimente zeigen uns, dass es mehr als ein mögliches Ergebnis gibt. Welches Ergebnis konkret eintritt, hat keine Ursache und ist nicht vorhersagbar. Kausalität, also Ursache und Wirkung sind auf der Quantenebene nicht vorhanden.

Superposition meint, dass Quantenteilchen in einer gleichzeitigen Überlagerung
von verschiedenen Positionen existieren können.
Erst in dem Moment, in dem eine Messung durchgeführt wird, entsteht aus der Superposition eine Möglichkeit und wird durch den Vorgang der Beobachtung
zur „Realität“.
Wir erschaffen aus der Superposition heraus eine von vielen inneren Wirklichkeiten.
Der amerikanische Physiker David Bohm sprach schon vor über 50 Jahren von einem allem innewohnenden „Quantenpotential“.

Quantenphysikalische Wellen, die regelmäßig schwingen und in einer festen Beziehung zueinander stehen, verstärken sich entweder gegenseitig oder löschen sich aus.
In der Fachsprache der Quantenphysik wird dann von destruktiver Interferenz (gegenseitige Aufhebung der Wellen) oder konstruktiver Interferenz (Verstärkung) gesprochen. Sofern die Wellen in einer festen Weise miteinander schwingen, entsteht Kohärenz. Im Falle der gegenseitigen Aufhebung entsteht dagegen Dekohärenz.
Für die Superposition von Quantenteilchen ist es ausschlaggebend, dass die Zustände
der Teilchen in einer kohärenten Beziehung miteinander stehen. Diese Kohärenz und damit die Superposition der Teilchen, in der alle Möglichkeiten offen sind, geht in dem Moment verloren, in dem Informationen über das System in die Umgebung gelangen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn ein Beobachter hinzukommt.

Überall, wo komplexere, umfangreichere, und kybernetische Systemzusammenhänge lebender Systeme im Vordergrund stehen, liefert die Quantenphysik vollkommen veränderte Sichtweisen auf die Wirklichkeit.

Die Quantenwirklichkeit bewegt sich auf einer Wirklichkeit, die jenseits jeglicher Bewertungen liegt. Auf dieser Ebene gibt es keine Wirklichkeit, die vom Beobachter getrennt werden kann. Im Prozess des Beobachtens liegen alle Informationen vor,
die präzise zeigen von welchen Informationen der Prozess des Beobachtens getragen ist. Und hier sind wir im Wahrnehmen unserer Überzeugungen und mitten im Quantenfeld der unendlichen Möglichkeiten.

Aus der Newtonschen Physik sind wir gewohnt, alles genau messen zu können.
Auf dieser grundlegenden Erfahrung mit der Welt fester Materie baut sich genau unsere Wahrnehmung der äußeren Realitäten auf: Alles existiert völlig unabhängig vom Beobachter und der Messung.
Bei Messungen an Quantenobjekten wird mit der Messung eine Möglichkeit (unter vielen Möglichkeiten) ausgewählt.
Mit der Messung oder Beobachtung wird eine Möglichkeit daraus ausgewählt und diese Wirklichkeit wird in dem Moment, im Jetzt der Messung, zur Realität. Alle anderen Möglichkeiten, bleiben danach „vergessen“.
Im Moment, in dem wir beginnen Phänomene zu benennen, sind die Phänomene nicht mehr das, was sie sind, sondern das, was wir aus ihnen machen. Und aufgrund unserer Erfahrungen mit fester Materie, wo es ja scheinbar exakt so funktioniert, sind wir von der „Objektivität“ unseres Vorgehens als allgemeines Lebensgesetz überzeugt.

Sobald wir beginnen Informationen zu beobachten, ohne jeglichem Interesse daran,
sie mit unserem bewussten Verstand zu benennen, können wir eine ständig in uns existierende Ebene wahrnehmen. Das mag zunächst so passiv klingen, ist aber ein hoch aktiver Zustand, geprägt von einer rezeptiven Energie. Aktiv und gleichzeitig rezeptiv wahrnehmend, anstelle von aktiv und gestaltend. Denn Beobachtung ist auf der quantenphysikalischen Ebene durchaus höchst aktiv, da erst genau durch diesen Vorgang der Beobachtung, die Realitäten, wie wir sie kennen und wir sie erleben, erschaffen werden.